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Stand: 15.05.2011

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Järvenpää-Reise

Bezirksgruppe Nordheide der DFG Nord e. V.
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Finnischer Tango und plattdeutsche Lieder

 Freundeskreis Buchholz-Järvenpää besucht künftige Partnerstadt

 „Bei den Finnen müssen mindestens zehn Teller mit Schinken, Käse, Lachs und so weiter auf dem Abendbrottisch stehen, wenn Besuch kommt. Sonst bin ich keine gute Hausfrau“, erklärte Oili Luoma aus Järvenpää, als sie im Oktober ihre deutschen Gäste aus Buchholz begrüßte.

Neun Vertreter des Freundeskreises Buchholz-Järvenpää lernten vier Tage lang das Leben in finnischen Familien und die Sehenswürdigkeiten der Stadt vor den Toren Helsinkis kennen. Im nächsten Jahr soll die offizielle Unterzeichnung der Partnerschaft Buchholz-Järvenpää stattfinden. Künftige Buchholzer Besucher im hohen Norden erwartet dann viel Wärme und eine überwältigende Gastfreundschaft. Davon konnten sich Vertreter des Freundeskreises Buchholz-Järvenpää jetzt überzeugen, als ihnen in einem dicht gedrängten Programm wirtschaftliche, kulturelle, pädagogische und touristische Seiten des Lebens in Järvenpää näher gebracht wurden. Das Programm wäre ohne die Zusammenarbeit von Rosi Koltscharsch (Buchholz) und Lothar Mallon (Järvenpää) nicht denkbar gewesen, unermüdlich planten und klärten die beiden über eine Entfernung von 1500 km, was man in Järvenpää und Umgebung unbedingt sehen muss. Das neue Oberstufengymnasium („Järvenpää Lukio“) gehörte dazu, das vor einem Jahr eingeweiht wurde und alle Wünsche moderner Pädagogik in offenen Lernformen und mit zeitgemäßer elektronischer Unterstützung erfüllt. „Hier möchte man noch einmal Schüler sein“, staunte Joachim Zinnecker aus Buchholz.

Ebenso innovativ und offen präsentierte sich die örtliche (Welt-)Firma „Honka“ mit ihrer Ausstellung aus Blockhäusern zum Wohnen, für’s Wochenende oder einfach nur als Sauna. Und immer wieder Kultur: das Wohnhaus des finnischen Nationalkomponisten Jean Sibelius, der von 1904-1957 in Järvenpää lebte, wurde bestaunt (leider nur von außen – war schon im Winterschlaf) und die wunderbar gelegenen Häuser der Künstlerkolonie um die Maler Eero Järnefelt,  Venny Soldan-Brofeldt  und Pekka Halonen (ein finnisches Worpswede am See). Sie kämpften für ein neues, selbständiges Finnland, das nach jahrhundertelanger Besetzung durch Schweden und Russen erst 1917 gegründet wurde. Die neue Identität zeigte sich deutlich und ausdrucksstark  in der Bauweise, den Bildern und Kompositionen der Zeit, und die Finnen sind stolz darauf. Auch in Järvenpää beeindruckte die Buchholzer, wie dieser Stolz sich verband mit der überwältigenden Offenheit, Gastfreundlichkeit und Fürsorge für die deutschen Gäste.  Diese waren in Familien untergebracht, was die zum Teil schon jahrelang bestehenden, zum Teil ganz frisch gewachsenen Kontakte intensivierte.

Die deutsche Gruppe hatte mit der in Finnland geborenen  Helena Eischer und Wolfgang Messow Mitglieder, die der Landessprache mächtig waren. Aber es überraschte, wie viele Finnen im Gegenzug deutsch sprachen, und zwar fließend. Oili Luoma, von der schon eingangs die Rede war, hatte ihre Krankenschwesternausbildung in Köln gemacht. Aber auch Risto und Raija, Sari und Helena unterhielten sich angeregt auf deutsch über die typischen Teerdächer finnischer Kirchen, über Vor- und Nachteile von Motorschlitten und die Zubereitung des Moltebeerenschnaps „Lakka“, immer wieder hielten sie auf deutsch überaus spannende Kurzreferate über Geschichte und Gegenwart in Finnland. Am letzten Abend gab es  zwanglosen Volkstanz mit der auch in Buchholz schon bekannten Gruppe „Sirpakat“ und für einige Saunagang. Danach konnte man  am späten Abend die Begegnung auch richtig hören. Gemeinsam wurde am Kamin gesungen, und neben  „Dat du min Leevsten büst“ erklang auch finnischer Tango  (in Finnland volkstümliches Liedgut!),  und alle sangen mit.

Der stellvertretende Bürgermeister von Buchholz Joachim Zinnecker überreicht zwei Bilder über Buchholz als Gastgeschenk an Reino Taurovaara, den Vertreter der Stadt Järvenpää in Villa Kokkonen. Links im Bild Oili Luoma und Risto Kärjä aus Järvenpää

Ingo Engelmann und sein plattdeutscher Chor:
Sabine Zinnecker, Wolfgang Messow, 
Gerlinde Engelmann, Jens Steinebach,
Rosi Koltscharsch und Joachim Zinnecker

Reisende in Halosenniemi: von links Susanne Graf, Joachim und Sabine Zinnecker, Wolfgang Messow, Ingo und Gerlinde Engelmann, Jens Steinebach und Helena Eischer

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